Das Aveyron ist eine der handwerklich reichsten Regionen Frankreichs — nicht im touristischen Sinne, sondern im wirklichen. Drei Produkte haben weltweiten Ruf: Roquefort-Käse, Laguiole-Messer und Millau-Lederhandschuhe. Alle drei entstammen einer langen Tradition, alle drei werden noch heute in der Region hergestellt. Vom Hôtel des Causses aus ist jeder dieser drei Orte an einem Tag zu erreichen.

Roquefort — der König der Blauschimmelkäse

Roquefort-sur-Soulzon liegt 25 Kilometer südwestlich von Millau auf einem markanten Felsvorsprung. Das Dorf existiert fast ausschließlich wegen des Käses — die Kellereien sind in die Felsen selbst gegraben, wo die konstante Temperatur von 8 Grad Celsius und die natürliche Belüftung durch die Failles (Spalten im Kalkstein) die perfekten Bedingungen für Penicillium roqueforti erzeugen.

Der Käse darf nur aus Rohmilch von Lacaune-Schafen hergestellt werden, die auf den umliegenden Causses weiden. Eine AOP (geschützte Ursprungsbezeichnung) seit 1925 — die älteste Frankreichs.

Höhlenführungen: Die meisten Kellereien bieten täglich Führungen an — Société Roquefort, Papillon, Gabriel Coulet. Dauer ca. 45 Minuten, inklusive Verkostung. Im Sommer empfiehlt sich eine Voranmeldung. Öffnungszeiten: generell 9:30–12:00 und 13:30–17:30 Uhr, auch sonntags. Nehmen Sie eine Jacke mit — in den Höhlen sind es ganzjährig 8 Grad.

Was kaufen in Roquefort?

In den Kellerei-Shops ist der Käse günstiger als im Supermarkt und frischer. Ein ganzer Laib (ca. 2,7 kg) ist das klassische Mitbringsel — in Deutschland und der Schweiz in Rohmilchqualität nicht überall erhältlich. Kühl transportieren; der Käse hält problemlos mehrere Tage im Auto.

Laguiole — das Messer und der Käse

Der Name Laguiole bezeichnet zwei Dinge: ein Dorf auf dem Aubrac-Plateau (60 km nördlich von Millau, 1.000 m Höhe) und ein Messer, das seit dem 19. Jahrhundert dort gefertigt wird. Das originale Laguiole-Messer hat eine Besonderheit: die Biene auf dem Griff — die Erkennungsmarke, die jedoch nicht geschützt ist. Billignachbauten aus China tragen dieselbe Biene. Echter Laguiole-Herkunft erkennt man an der Aufschrift "Forgé en France" und dem Namen des Schmieds.

Im Dorf Laguiole selbst sind mehrere Werkstätten zu besuchen: Forge de Laguiole ist die bekannteste, mit Glasfassade zur Produktionshalle — man sieht die Schmiede bei der Arbeit. Preise für originale Messer: ab 80 € für einfache Modelle, bis 400 € und mehr für handgefertigte Einzelstücke mit Horngriff.

Laguiole-Käse ist ebenfalls ein AOP-Produkt — ein großer Zylinder aus Rohmilch der Aubrac-Kühe, mild und cremig, deutlich anders als Roquefort. Direkt ab Käserei günstiger zu kaufen.

Millau — die Handschuhe

Millau war vom 17. bis ins frühe 20. Jahrhundert die Welthauptstadt der Lederhandschuhherstellung. Die englische Königsfamilie, europäische Adelshöfe, amerikanische Präsidenten — alle trugen Handschuhe aus Millau. Das Leder kam von den Schafen der Causses, die Gerber saßen am Tarnfluss, die Näherinnen arbeiteten in den Häusern der Altstadt.

Heute fertigt noch Maison Fabre Handschuhe in Millau — eines der letzten Häuser, das noch tatsächlich vor Ort produziert. Das Atelier in der Rue du Mandarous ist zu besichtigen; die Handschuhe werden aus Lammleder, Peccaryleder und Hirschleder gefertigt, nach Maß und von Hand. Preise ab ca. 80 €, Maßanfertigungen auf Bestellung.

Das Musée de Millau zeigt die Geschichte des Handwerks, eine Sammlung historischer Modelle und auch eine paläontologische Abteilung mit einem vollständigen Ichthyosaurier-Fossil aus den Causses.

Hôtel des Causses · Millau · Mitten im Handwerkserbe

Unser Restaurant La Chaleur Nordique serviert Roquefort und Aubrac-Lamm — beides direkt aus der Region. Und Maison Fabre ist zu Fuß in zehn Minuten vom Hotel erreichbar.

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