Vom Viadukt von Millau aus Richtung Norden, 20 Minuten auf der D907, beginnt eine Landschaft, die die meisten Reisenden nie sehen: die Gorges du Tarn. Ein Canyon von bis zu 500 Metern Tiefe, geschnitten vom Tarn in den Kalkstein der Grands Causses über Jahrmillionen. Als Grand Site de France klassifiziert — die höchste Schutzstufe für Naturlandschaften in Frankreich. Und dennoch weitgehend unbekannt außerhalb des Landes.

Wer im Hôtel des Causses übernachtet, hat die Schluchten direkt vor der Tür. Ein Tag hier ist für die meisten Gäste der Höhepunkt ihres Aveyron-Aufenthalts.

Was Sie erwartet

Die Gorges du Tarn erstrecken sich über knapp 50 Kilometer, von Le Rozier bis Ispagnac. Die D907 folgt dem Talboden auf der gesamten Strecke — Sie fahren also durch den Canyon, nicht drüber. Zu beiden Seiten steigen die Kalkfelsen auf, Dörfer kleben an Felsbändern halbwegs oben, und der Fluss unten schimmert in einem türkisblauen Grün, das man für übertrieben hält, bis man es selbst sieht.

Es gibt keine falsche Art, die Schluchten zu entdecken. Man kann langsam durchfahren und spontan anhalten. Man kann klettern, wandern, kanufahren oder einfach an einem Kiesstrand sitzen. Aber wer einen vollen Tag hat, sollte beides tun: auf dem Wasser sein und auf einem Wanderweg stehen.

Die Bootsfahrt durch Les Détroits — das eine Muss

Der absolute Höhepunkt der Gorges du Tarn ist die geführte Bootsfahrt der Bateliers des Gorges, abfahrend von La Malène (45 km von Millau). Sie navigieren in kleinen Gruppen durch Les Détroits — den engsten Abschnitt des Canyons, wo die Felswände auf wenige Meter zusammenrücken und die Straße nicht mehr folgen kann. Rund 90 Minuten auf dem Wasser. Im Juli und August unbedingt im Voraus buchen — dieser Ausflug ist ausgebucht, oft Tage im Voraus. Mai bis September.

Kanufahren im Canyon

Die immersivste Art, einen Tag in den Schluchten zu verbringen. Mehrere Verleiher in Le Rozier und La Malène bieten Halb- und Ganztagesstrecken an. Keine Erfahrung nötig für die Standardstrecken — die Strömung erledigt die meiste Arbeit. Die Strecke Le Rozier nach La Malène (ca. 15 km) ist die beliebteste und dauert bei entspanntem Tempo mit Pausen etwa 4–5 Stunden. Mai bis Ende September.

Dörfer, die einen Stopp verdienen

Wandern: der Sentier des Cingles

Die spektakulärste Wanderung der Region startet in Le Rozier — der Sentier des Cingles, rund 3 Stunden, mittleres Niveau, mit Vogelaugen-Blick auf die Tarnmäander. Die erste Stunde führt steil durch Kiefernwald; oben erwartet Sie ein Plateauaussichtspunkt, der zu den eindrucksvollsten der gesamten Region gehört.

Praktische Informationen

Von Millau: D907 Richtung Le Rozier — 20 Minuten · Beste Monate: Mai–Juni und September. Juli–August belebt aber machbar; D907-Wochenendnachmittage im August meiden · Bootsfahrt: Bateliers des Gorges, La Malène — online im Sommer vorab buchen · Kanuverleih: mehrere Anbieter in Le Rozier und La Malène — keine Vorerfahrung nötig

Hôtel des Causses · Tor zu den Gorges

Morgens aus Millau losfahren, einen Tag in den Schluchten verbringen, abends zum Dinner zurückkehren. Die ideale Kombination für einen unvergesslichen Tag im Aveyron.

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