Wer erfahrene Motorradfahrer fragt, wo man in Frankreich die besten Strecken findet, bekommt selten als Antwort: die Côte d'Azur oder die Alpen. Wer wirklich Bescheid weiß, nennt das Aveyron — ein Département im südlichen Zentralmassiv, das die meisten Touristen nie besuchen. Leere Straßen, dramatische Schluchten, Kalksteinplateaus, mittelalterliche Dörfer und kaum ein Blitzer in Sicht. Wenn Sie einen Motorradurlaub in Südfrankreich planen, sollten Sie hier sein.

Millau ist die ideale Basis. Am Zusammenfluss des Tarn- und des Dourbie-Tals gelegen, bringt die Stadt Sie in 20 Minuten zu einigen der spektakulärsten Strecken des Landes. Und im Hôtel des Causses haben wir eine abgeschlossene Motorradgarage — damit beginnt der Abend entspannt.

Route 1 — Gorges du Tarn (die unverzichtbare Tour)

Die D907 von Millau nach Sainte-Énimie ist die Strecke, die Menschen überzeugt. Rund 60 Kilometer enge Kurven zwischen 400 Meter hohen Kalkfelswänden, der Fluss weit unten, winzige Dörfer tauchen ohne Warnung hinter Blindkurven auf. Die Straße ist stellenweise schmal, was ein gemäßigtes Tempo erzwingt — und genau das ist der Punkt. Man nimmt sich Zeit, hinzuschauen. Im Sommer früh morgens oder im September fahren, wenn das Licht golden wird und die Wohnmobile verschwinden.

Route 2 — Gorges de la Dourbie

Weniger bekannt als der Tarn und genau deshalb ruhiger. Die D991 von Millau Richtung Nant schlängelt sich zwischen dem Causse Noir und dem Causse du Larzac, dem Flusslauf folgend durch ein Tal, das genauso dramatisch ist wie das des Tarn — aber nur einen Bruchteil des Verkehrs sieht. Eine Strecke, die man für sich behält. Kombiniert mit den Tarn-Schluchten ergibt sich eine Ganztagesschleife, die viele Fahrer zu den besten zählen, die sie je in Europa gefahren haben.

Route 3 — Causse du Larzac

Ein völlig anderes Register. Wo die Schluchten eng und vertikal sind, öffnet das Causse du Larzac sich zu einem weiten Kalksteinplateau — flache Horizonte, Trockenmauern, Lacaune-Schafe, gelegentlich ein Templergehöft. Die Straße nach La Couvertoirade durchquert eine Landschaft, die sich anfühlt wie ein anderes Land. Lange Geraden, sehr wenig Verkehr, und eine Stille, die man so nah am Autobahnkreuz selten findet. Perfekt nach einem Morgen in den Schluchten.

Route 4 — Die Viadukt-Schleife

Kurz, etwa eine Stunde, aber ein starkes Erlebnis. Millau verlassen entlang des linken Tarnufers, unter dem Viadukt hindurch ins Talboden-Dorf Peyre fahren — das sich an eine Felswand über dem Fluss klammert — dann zum Belvédère nord aufsteigen für das volle Viadukpanorama, bevor man über das Causse zurückkehrt. Der Kontrast zwischen dem Fahren im Talschatten dieser enormen Pfeiler und dem Blick von oben auf sie vom Plateau aus ist etwas, über das Fahrer noch Jahre später sprechen.

Motorradgarage im Hôtel des Causses

Wir haben einen privaten abgeschlossenen Motorradstellplatz, verfügbar auf Reservierung für 5 € pro Nacht. Nach einem langen Tag in den Schluchten weiß man die Maschine gut weggeschlossen — dann kann man den Abend wirklich entspannen. Beim Buchen angeben, dann ist der Stellplatz vorbereitet.

Abends serviert unser Restaurant La Chaleur Nordique eine Speisekarte aus lokalen Aveyron-Produkten mit nordischen Einflüssen — genau das, was nach einem Tag in den Schluchten Sinn macht. Erste Tischzeit 19 Uhr, letzter Einlass 20:15 Uhr.

Praktische Informationen

Motorradstellplatz: Reservierung erforderlich · 5 €/Nacht · beim Buchen angeben · Kraftstoff: Tankstellen in Millau-Mitte, nächste Tanke in Séverac oder Saint-Affrique · Beste Monate: Mai–Juni und September. Juli–August heiß auf den Causses; Tarn-Schlucht mittags im August meiden · Karte: IGN Top 100 Nr. 58 Rodez–Millau deckt alle vier Routen ab.

Hôtel des Causses · Millau · Logis ★★★

Abgeschlossener Motorradstellplatz, 18 klimatisierte Zimmer, Restaurant jeden Abend. Die richtige Basis für einen Motorradurlaub in Südfrankreich.

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