Die meisten Reisenden sehen Millau vom Autobahndeck des Viadukts aus — und fahren weiter. Das ist ein Fehler. Millau ist eine Kleinstadt mit 22.000 Einwohnern, die weit mehr zu bieten hat als eine Brücke. Wir führen das Hôtel des Causses hier seit Jahren und sehen täglich, wie Gäste, die nur zwei Nächte geplant haben, fünf daraus machen — weil die Stadt und die Umgebung mehr halten, als der Name verspricht.

Der Viadukt — aber richtig

Den Viadukt von der Autobahn zu überqueren ist ein Erlebnis. Aber das stärkste Bild entsteht von unten. Fahren Sie auf das Flussufer der Dourbie, 2 Kilometer östlich des Stadtzentrums. Von dort aus sieht man alle sieben Pfeiler, misst die 270 Meter Höhe zum Fahrbahndeck, und versteht die Geometrie des Bauwerks auf eine Weise, die kein Foto von oben vermittelt.

Das Belvédère du Viadukt liegt auf der N9 Richtung Saint-Affrique. Von der Plattform aus sieht man das Viadukt in der Achse — und an klaren Morgen liegt Nebel in den Tälern, durch den die Pfeiler wachsen wie Bäume aus einer weißen Fläche.

Die Altstadt — kaum verändert seit dem Mittelalter

Millau war im Mittelalter eine bedeutende Handelsstadt — Leder, Wolle, Ganterie. Die Arkadenbögen der Fußgängerzone im Stadtkern stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert und sind weitgehend original. Hier gibt es keine Souveniershops, keine Ketten. Bäckereien, Weinhandlungen, ein Friseursalon, eine alte Pharmacie mit handgemahltem Mörser im Fenster.

Der Marktplatz (Place du Mandarous) ist dienstags und freitags Marktplatz — Bauern aus dem Aveyron, Käse, Charcuterie, Honig, Gemüse. Freitagsmarkt ist der größere; er beginnt um 8 Uhr.

Das Wasser — Tarn und Dourbie

Zwei Flüsse fließen durch und um Millau. Der Tarn kommt aus den Cevennen und mündet westlich der Stadt. Die Dourbie kommt von den Causses und vereinigt sich am Stadtrand mit dem Tarn. Beide Flüsse haben im Sommer Badestellen — Kiesufer, klares Wasser, keine Infrastruktur drumherum. Die bekannteste Badestelle liegt unterhalb der Dourbie-Brücke, 10 Minuten Fußweg vom Stadtzentrum.

Für Aktivere: Kanu-Verleiher am Fluss bieten Abfahrten auf dem Tarn von 2 bis 8 Stunden an, mit Rücktransport. Paragliding-Schulen starten vom Causse Noir, 600 Meter über der Stadt — Tandems sind ohne Vorerfahrung buchbar.

Das Lederhandwerk — ein unterschätztes Erbe

Millau war bis ins 20. Jahrhundert das Zentrum der europäischen Ganterie — Lederhandschuhherstellung. Die englische Königsfamilie, die amerikanischen Präsidenten, die europäischen Adelshöfe — alle kauften Handschuhe aus Millau. Das Musée de Millau zeigt die Geschichte des Handwerks, darunter eine Sammlung historischer Modelle und eine Auswahl der Gerbwerkzeuge.

Heute gibt es noch einige Werkstätten in der Stadt — Maison Fabre ist die bekannteste. Die Handschuhe werden noch handgefertigt, aus Leder, das aus den Schaffellen der Causses-Herden kommt.

Millau als Ausgangspunkt — was von hier aus erreichbar ist

Wann nach Millau reisen?

April bis Juni und September bis Oktober sind ideal: warmes Wetter, keine Massen, alle Sehenswürdigkeiten geöffnet. Juli und August sind belebter — vor allem der Millau Trail Ultra im Oktober zieht Läufer aus ganz Europa an. Das Hotel ist von Ende März bis Ende Oktober geöffnet.

Hôtel des Causses · Millau · 18 Zimmer

Zentral in Millau, mit Abendrestaurant, Privatparkplatz 150 m entfernt und allem in Laufweite. Das ideale Basislager für die Region.

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