Fünf Kilometer westlich von Millau klebt ein mittelalterliches Dorf buchstäblich an einer senkrechten Kalksteinwand über dem Tarn. Dahinter, in der Ferne, ragen die Pfeiler des Viadukts aus dem Tal. Peyre ist das stärkste visuelle Erlebnis im Aveyron — und eines der am wenigsten überlaufenen. Vom Hôtel des Causses aus erreicht man es in acht Minuten mit dem Auto.
Was Peyre so besonders macht
Peyre wurde im Mittelalter in eine Grotte gebaut — buchstäblich. Die ältesten Häuser lehnen gegen und in die Felswand, nutzen Nischen und Überhänge als Rückwände. Die Kirche Saint-Christophe (11. Jahrhundert) ist teilweise in den Fels gehauen. Die Einwohnerzahl des Dorfes liegt heute bei etwa 70 Personen. Es gibt eine Dorfkirche, einen kleinen Informationspunkt und ein Café — mehr nicht.
Peyre gehört zur offiziellen Liste "Les Plus Beaux Villages de France" — die 150 schönsten Dörfer Frankreichs, ausgewählt nach historischen, architektonischen und ästhetischen Kriterien.
Wie man nach Peyre kommt
Von Millau: D809 Richtung Westen, Richtung Aguessac. Nach etwa 4 km Hinweisschild auf Peyre rechts abbiegen. Parkplatz am Flussufer unten — kostenlos. Von dort etwa 10 Minuten Fußweg hinauf ins Dorf. Die Straße ins Dorf ist eng; mit Wohnmobil ungeeignet.
Alternativ: zu Fuß vom Tarnuferweg aus Millau. Der Weg am Fluss entlang dauert etwa 1 Stunde 15 Minuten in eine Richtung — flach, gut markiert, auch mit Hund machbar.
Was man in Peyre sieht
- Église Saint-Christophe — romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert, teilweise in den Fels gehauen. Tagsüber zugänglich.
- Die Felsgasse — die Hauptgasse des Dorfes windet sich zwischen Steinhäusern hindurch, mit dem Fels als permanenter Rückwand.
- Aussichtsplattform oben — vom höchsten Punkt des Dorfes hat man den Viadukt im Rücken des Tals. Dieses Motiv — altes Dorf, modernes Viadukt — ist das ikonischste Bild des Aveyron.
- Tarnblick von unten — zurück am Parkplatz, auf der Brücke über den Tarn: Peyre komplett, mit Felswand und allen Häusern, als Gesamtbild.
Beste Zeit für den Besuch
Früh morgens oder am späten Nachmittag. Mittags im Hochsommer kommen Reisebusse. Im Frühjahr und Herbst hat man das Dorf oft fast für sich. In der Woche ist es ruhiger als am Wochenende.
Peyre kombinieren — was passt dazu
Peyre liegt direkt an der D809, die westlich von Millau weiter nach Aguessac und dann in die Gorges du Tarn führt. Ein natürlicher Halbtagsausflug: morgens Peyre (1–1,5 Stunden), dann weiter ins Tarntal nach Le Rozier und La Malène. Rückfahrt über dieselbe Strecke oder über den Causse Noir — die Überquerung des Plateaus ist deutlich landschaftlich interessanter als die Direktroute.
An der A75-Ausfahrt Millau-Sud liegt Peyre ebenfalls direkt auf dem Weg — für einen Halt auf der Durchreise ideal, ohne Zeit zu verlieren.
Von Millau aus lässt sich Peyre als Morgenstopp vor dem Weiterfahren in die Gorges du Tarn einplanen — oder als letzter Halt vor der Abreise auf der A75.